Die Lüge der „Sollbruchstelle“: Warum dein RG28 noch läuft, wenn moderne Mixer längst auf dem Müll liegen

Die Lüge der „Sollbruchstelle“: Warum dein RG28 noch läuft, wenn moderne Mixer längst auf dem Müll liegen

Kennst du das? Du kaufst einen neuen Pürierstab oder Handmixer. Er sieht schick aus, hat 1000 Watt und Soft-Touch-Oberfläche. Aber zwei Monate nach Ablauf der Garantie riecht es beim Teigkneten plötzlich verschmort. Ein leises „Knack“, und das war’s. Mülltonne auf, Gerät rein, Amazon auf, neu bestellen.

Das ist kein Zufall. Das ist ein Geschäftsmodell.

Und dann schaust du in die Küche deiner Oma (oder in deinen eigenen Küchenschrank) und siehst den RG28. Orange, Beige oder Weiß. Er sieht vielleicht nicht nach Raumschiff-Technik aus, aber er tut seit 40 Jahren genau das, was er soll: Er arbeitet.

Als jemand, der diese Geräte täglich auf dem Werktisch hat, kann ich dir sagen: Das ist keine Magie. Das ist anständige Ingenieurskunst.

Warum der RG28 unsterblich ist (und neue Geräte nicht)

Wenn ich einen RG28 aufschraube, sehe ich Polyamid.

Die Zahnräder im Inneren (ja, auch die gehen mal kaputt, aber erst nach Jahrzehnten!) sind aus extrem widerstandsfähigem Kunststoff gefertigt. Das DDR-Design war auf Materialökonomie ausgelegt, aber nicht auf billigen Verschleiß. Man hat so gebaut, dass man es reparieren kann.

Vergleich das mal mit einem modernen 25-Euro-Mixer:

  • Gehäuse: Oft verklebt statt verschraubt (damit du es gar nicht erst aufkriegst).

  • Motor: Winzig, läuft aber am Limit, um mit „hoher Wattzahl“ werben zu können. Er wird heiß und stirbt den Hitzetod.

  • Getriebe: Weiches Plastik, das sich bei Belastung selbst auffrisst.

Reparieren ist Rebellion

Jedes Mal, wenn du ein Ersatzteil für deinen RG28 bestellst – sei es ein neuer Antrieb oder einfach nur ein Knethaken– machst du mehr als nur eine Reparatur.

Du zeigst der Industrie den Mittelfinger.

Du sagst: „Ich spiele euer Spiel nicht mit. Ich werfe nichts weg, was noch gut ist.“ Das ist der Geist, den wir heute wieder brauchen. Wir müssen aufhören, Konsumenten zu sein, die blind kaufen und wegwerfen. Wir müssen wieder Nutzer werden, die ihre Dinge wertschätzen.

Mein Fazit

Der RG28 ist der lebende Beweis, dass Nachhaltigkeit möglich ist. Nicht durch teure Öko-Label, sondern durch Qualität und Reparierbarkeit.

Halt ihn in Ehren. Und wenn er doch mal streikt: Ich habe das passende Teil da. Nicht, damit ich reich werde. Sondern damit dieses Stück Geschichte weiterlebt – und du nicht den Billig-Schrott von heute kaufen musst.

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